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Ein Leben voll Genuss

Ein Leben voll Genuss

ein leben voll genußIch habe heute im Real an der Fischtheke ein Schild bemerkt auf dem der Satz stand “Ein Meer voll Genuss”. Ich frage mich, ob es den Menschen heutzutage wirklich so schwer fällt zu genießen, dass sie sich wirklich von so einem Spruch anlocken lassen. Immerhin ist es kein Einzelfall, dass damit geworben wird. Natürlich ist es verständlich, dass mit Genuss und Geschmack viele Menschen angesprochen werden. Jedoch für welche Produkte wird meistens damit geworben? In meiner Erinnerung kommen Fetzen von Werbefilmen zu Vorschein wenn ich an “Werbung mit Genuss” denke. Joghurt, Frischkäse, Bratwürstchen und Hamburger. “Geschmack ist King” lautet neuerdings der Werbespruch vom Fastfood Giganten Burger King. Warum finde ich in meinem Kopf keine Bilder einer in weiße Tücher gehüllten Frau, die genussvoll einen Apfel isst und sowas sagt wie: “Äpfel sind purer Genuss”?

Viele Veganer und auch Vegetarier haben bereits bemerkt, dass man einen Fleischesser nur lange genug mit guten Argumenten bombardieren muss (vorsicht, geht auch oft nach hinten los 😉 ) um ihn von seinen Überzeugungen bis zu dem Punkt zu bringen, an dem er nur noch sagt “Aber es schmeckt mir halt so gut”. Ich bin mir mittlerweile nicht mehr so sicher, dass das einfach nur an der Gewöhnung liegt.

Kennt ihr den Film Ratatouille? [VORSICHT SPOILER] Ziemlich am Ende des Filmes kommt der fiese Restaurantkritiker und lässt sich ein einfaches Bauernmahl servieren. Als er den ersten Bissen nimmt erinnert er sich an seine Kindheit, in der ihm seine Mutter genau dieses Gericht gekocht hat. Er ist hellauf begeistert und schreibt natürlich eine gute Kritik. Meine Frage ist jetzt: “Hätte er eine genauso gute Kritik geschrieben, wenn seine Mutter ihm niemals dieses Gericht gekocht hätte?” [SPOILER ENDE]
Natürlich es ist nur ein Film, und solche “Rückblenden” haben wir beim Essen ja eher selten (ich zumindest^^). Die Fragen schwirren dennoch in meinem Kopf.

Wie würde unsere Ernährung wohl aussehen, wenn und nicht ständig überall gezeigt werden würde, was Genuss bedeutet und wo wir diesen finden?

Wie viel häufiger würden wir selbst kochen, wenn uns beigebracht werden würde, dass Genuss weniger von den Rohstoffen und mehr von der Zubereitung abhängt?

Und wie viel Fisch würden wir essen, wenn wir erkennen würden, dass nicht nur das Meer sondern unser ganzes Leben ein einziger Genuss ist?

Vieleicht wird es mal Zeit, dass wir unsere eigenen Überzeugungen kritisch hinterfragen, um herauszufinden, ob wir diese freiwillig festhalten oder ob sie uns jemand angeheftet hat.

Es grüßt Euch Euer geniessender Koch

2 Kommentare »

  1. mal im ernst, wem schmeckt denn fisch? kinder mögen fisch nur wenn er paniert und rechteckig ist. also man möglichst gar nicht merkt dass es fisch ist. aber überall kriegt man eingetrichtert, fisch wäre ja sooo gesund.
    Ratatouille ist einer meiner Lieblingsfilme. Ich mag Ratten 😉

  2. “genuss” , dieses wort wird leider genau für die konsummittel missbraucht, die genau das nicht sind.
    werbung an sich ist doch eh nur für zeug, auf das man gut verzichten kann.
    da fallen uns noch viele andere sachen ein, zb “fleischerei ihres vertrauens” hihi.
    die werbewelt ist eine lustige welt :)

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